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Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau

„Das Leben ist ‚ne feine Sache“ – Besuch der Kz-Gedenkstätte Dachau

Die Klassen M8 und R8 verbrachten zusammen mit ihren Klassleitern Marion Weininger und Alexander Adler die Zeit vom 04. bis 06.Juli 2018 in der Jugendherberge Dachau. Dort wurde in verschiedenen Workshops das menschenverachtende System des NS-Regimes und der Besuch der KZ-Gedenkstätte aufgearbeitet. Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Abba Noar, eines Zeitzeugen, der seine Jugend in deutschen Konzentrationslagern, unter anderem einer Außenstelle des KZs Dachau, verbringen musste.

Der Besuch der Gedenkstätte wurde in Kleingruppen, geleitet von Sozialpädagogen, durchgeführt, so dass die Schüler genügend Gelegenheit erhielten, Fragen zu stellen und die Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Anschaulich wurde das System der Unterdrückung und Entmenschlichung deutlich gemacht. Dass die Torüberschrift „Arbeit macht frei“ doppeldeutig zu verstehen ist, war beiden Klassen schon beim Betreten der Gedenkstätte klar. Wie radikal und systematisch die Häftlinge ihrer Würde beraubt wurden, machte die Schüler sehr betroffen. Angefangen von der Prozedur bei der Aufnahme neuer Häftlinge bis zu den grausamen Strafen, die die SS-Aufseher verhingen, basierte alles im Lager auf einem völlig willkürlich ausgeführten Regelwerk, das ausschließlich darauf ausgerichtet war, die Gefangenen zu erniedrigen.

Überraschend war für viele Schüler, dass Dachau einerseits als „Vorzeige-KZ“ für die Presse fungierte und andererseits das Vorbild für die vielen Lager bot, die in den späteren Jahren der NS-Diktatur in Osteuropa entstanden.

Einer der wenigen überlebenden Opfer des NS-Regimes besuchte unsere und noch eine weitere Schülergruppe am Nachmittag in der Jugendherberge Dachau. Abba Noar, nunmehr 90 Jahre, beindruckte mit seiner Lebenserzählung, die er anschaulich mit Bildern aus seiner Kindheit dokumentierte. Immer wieder stellte er den Schülern provokative Zwischenfragen, um deutlich zu machen, dass die verfolgten Bevölkerungsgruppen wie Juden, Sinti und Roma und Homosexuelle nichts anderes als eine Sündenbockfunktion einnahmen, und sich der NS-Unrechtsstaat dadurch bereichern konnte.

Ganz sachlich berichtete der Zeitzeuge von der Erschießung seines älteren Bruders und der Ermordung seiner Mutter und seines jüngeren Bruders im KZ Stutthof. Immer wieder jedoch ergänzte er seinen Vortrag um den Satz: „Das Leben ist ‚ne feine Sache!“. Das meint er wirklich so, und es ist ihm wichtig, dass jeder Mensch, gleich welcher Herkunft und Rasse, darauf Anspruch hat.

In einem Abschlussgespräch wurden die Schüler gefragt, warum es wichtig sei, die KZ-Gedenkstätte zu besuchen und sie waren um keine Antwort verlegen:

  1. So kann keiner sagen, dass es die Konzentrationslager nicht gegeben hat.
  2. Es ist Aufgabe von jedem, dafür zu sorgen, dass sich so etwas in Deutschland nicht wiederholen kann.

Am dritten Tag traten die Klassen in strömendem Regen die Heimreise an, einig in der Auffassung, dass kein Film den Besuch der Gedenkstätte ersetzen kann.

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