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Exkursion zur Palliativstation

Als sich die 12 Schüler der Grund- und Mittelschule Lauterhofen am 04.11.2019 gegen 11:30 Uhr mit Religionslehrerin Frau Geitner und Herrn Pfarrer Ehrl auf den Weg zur Palliativstation ins Neumarkter Klinikum machten, wusste noch keiner der Schüler richtig, was auf sie zu zukommen würde.

Klar war das Thema im Unterricht und eventuell zu Hause angesprochen worden, aber nur die wenigsten hatten eine Palliativstation schon einmal von innen gesehen, geschweige denn einen Sterbenden begleitet.

Eine Krankenschwester nahm sich am besagten Montag Zeit für die interessierten Schüler/innen

Schülerklasse um ihnen das nötige Wissen anzueignen. Sie lernten Fakten über die Palliativstation im Klinikum Neumarkt kennen und durften zum Schluss einen Rundgang genießen. Außerdem waren die Schüler in einem leerstehenden Patientenzimmer und durften danach den „Raum der Stille“ erkunden.

Ganz am Anfang erzählte die Krankenschwester, dass es die Palliativstation Neumarkt erst seit dem Jahr 2008 gibt, dass sie 11 Einzelzimmer haben und, dass dies alles nur durch Familie Donauer aus Pilsach zustande gekommen ist, da diese dafür äußerst großzügig gespendet habe. Des Weiteren erzählte sie, dass ein Patient mindestens 18 Jahre sein muss, eine fortschreitende Erkrankung, welche nicht mehr heilbar ist sowie eine Überweisung des Hausarztes haben muss, um hier überhaupt aufgenommen zu werden. Ein Patient einer Palliativstation kann hier zwei Wochen bleiben, um entweder zu sterben oder nach 14 Tagen wieder entlassen zu werden. Für den Grund dieser Frist nannte die Krankenschwester die Krankenkassen, sie bezahlen zwar den Aufenthalt, diesen aber nicht länger als zwei Wochen. Jemand der eine langfristige Einrichtung für sich selbst oder einen Angehörigen sucht, kann sich an spezielle Pflegeheime oder an sogenannte „Hospizeinrichtungen“ wenden.

Wenn man das Wort „Palliativstation“ hört, denkt man oft ans Sterben, dies ist aber nicht immer der Fall. Die Palliativmedizin ist, wie oben beschrieben eine spezielle Art der Schulmedizin. Die Ärzte, Krankenschwestern und verschiedenste Therapeuten wollen dem Patienten die Schmerzen nehmen oder diese zumindest lindern. Dies geschieht meistens mit dem wohl bekanntesten Schmerzmittel „Morphium“.

Außerdem informierte uns die Krankenschwester über die verschiedenen Angebote an Therapien der Palliativstation. Beispielhaft erläuterte sie die Atemtherapie und die Musiktherapie. Man muss aber dazu sagen, dass kein Patient gezwungen wird, etwas mitzumachen, was er nicht möchte. Es handelt sich lediglich um Angebote, die den Patienten den Alltag erleichtern können, wenn diese es denn auch möchten.

Nach der ausführlichen Information über die Palliativstation im Neumarkter Klinikum durfte die Schülergruppe einen leerstehenden Raum besuchen. In diesem Zusammenhang wurde auch erklärt, dass jederzeit ein Angehöriger mit im Zimmer übernachten darf, hierfür würde ein Bett mit reingestellt werden. Der Angehörige darf sich selbstverständlich in der palliativeigenen Küche bedienen. Überrascht zeigten wir uns von der Tatsache, dass auch Haustiere mit ins Zimmer gebracht werden dürfen

Man teilte uns auch mit, dass schwerkranke Patienten verständlicher Weise auch häufig letzte Wünsche haben. Sie erzählte zum Beispiel von einer Frau, die zu schwach war, um ihr Pferd noch einmal Zuhause zu sehen. Dank ihrer Angehörigen und Freunde wurde das Pferd auf den Parkplatz des Klinikums gefahren und so konnte die Frau ihr Pferd noch ein letztes Mal sehen.

Zum Abschluss führte uns die Krankenschwester noch in den „Raum der Stille“, dort stehen sechs Stühle für Angehörige und Freunde bereit, die gerade um jemanden trauern. Außerdem liegen Bücher aus, in denen man für die Verstorbenen etwas hinterlassen kann. An der Tür ist eine Schale voller getrockneter Blüten zu finden, die auf dem Bett und vor dem Zimmer des Verstorbenen ausgeteilt werden. Weiter unten sah man eine silberne Schale, in der man drei Blumen fand. Jede Blume steht für einen Verstorbenen der letzten Woche, sodass man diese nicht einfach vergisst.

Ein für mich interessanter Punkt war, die große Teamsitzung jeden Donnerstag, in der wöchentlich ganz intensiv der Verstorbenen gedacht wird. Ein weiterer neuer Punkt für mich war außerdem, dass sie nur 11 Einzelzimmer haben und dass das Mitbringen von Haustieren gestattet ist.

Das Fazit dieses Tages war klar, es war eine interessante Erfahrung und ich denke jeder konnte etwas aus diesen Stunden lernen und mitnehmen.

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